In der Ausgabe des Bergsträßer Anzeiger vom 21. Mai ist auf Seite 13, dem Leserforum, folgender Beitrag von Harry Hegenbarth und Thorsten Zanger, den Organisatoren des „Maiway“ veröffentlicht worden:
Mit Knüppeln und Fäusten verletzt, BA-Forum vom 29. Mai
Es ist Mitternacht; am Kaufhaus Ganz hält sich eine Gruppe junger Menschen auf. Plötzlich kommt es zu körperlichen Auseinandersetzungen innerhalb dieser Gruppe. Sechs Mitarbeiter des von uns engagierten Securiydienstes waren sofort vor Ort, um die Situation zu beruhigen und Präsenz zu zeigen.
Aggressionen projiziert
Das hat auch gut funktioniert, bis ein Teil der jungen Leute ihre Aggressionen auf den Securitydienst projizierten und unablässlich Provokationen gegen diesen aussprachen.
Natürlich ist der Sicherheitsdienst nicht darauf eingegangen, bis einer der jungen Burschen aufsprang und auf einen der Sicherheitsleute losging. Der Rest der Clique ist dann, teilweise mit Flaschen bewaffnet, eingestiegen.
Als einer der zirka 15 Jungen sogar ein Messer zog, musste sich der zertifizierte Securitydienst verteidigen und leider Pfefferspray sprühen.
Bedauerliche Vorkommnisse
Wir bedauern die Vorkommnisse wirklich sehr. Diese Form der Gewalt ist in Bensheim leider fast normal geworden. Dies konnten wir auch bei zahlreiche Jugendveranstaltungen in der letzten Zeit beobachten, aber das hat nichts mit dem Musik- und Kneipenfestival Maiwayder Stadt Bensheim zu tun.
Und zum Schluss: Man muss zwischen den Maiway-Besuchern und den „Rucksack-voller-Bierflaschen-und-los-geht’s-Teilnehmern“ einen deutlichen Unterschied machen.
Friedliches Festival
Wir möchten nicht, dass so ein negatives Licht auf unser seit sechs Jahren friedlich verlaufendes Festival geworfen wird, zumal dieser Vorfall nur am Rande der Veranstaltung stattfand und aus den teilnehmenden Lokalen keinerlei Vorfälle gemeldet wurden.
Es gehört sicherlich nicht zu den notwendigen Erfahrungen eines minderjährigen Jugendlichen, nach Mitternacht auf der Straße zu sein, geschweige denn Alkohol im Übermaß zu konsumieren.
Thorsten Zanger
Harry Hegenbarth
Verstalter Maiway
Ein kleines Kommentar darf natürlich nicht fehlen: Harry Hegenbarth ist eine stadtbekannte Figur und setzt sich seit langem für die emanzipatorische „Jugendarbeit“ in Bensheim ein, es ist mit unerklärlich wieso er sich hat hinziehen lassen zu diesem blöden Leserbrief.
Mich persönlich stört Folgendes:
Man muss zwischen den Maiway-Besuchern und den „Rucksack-voller-Bierflaschen-und-los-geht’s-Teilnehmern“ einen deutlichen Unterschied machen.
Als ob alle Kids, die nicht 10 Euro (!) für den Eintritt zu einer Maiway-Location bezahlen wollen oder können automatisch prügelnde Asikinder sind. Genosse Hegenbarth ist der Chef der Firma „Showmaker“, welche Marketing und Eventmanagement ausrichtet. In dieser Funktion sind auch viele „Rucksack-voller-Bierflaschen-und-los-geht’s-Teilnehmer“ als Flyerausteiler oder Bierausschenker bei ihm angestellt – Es wäre also nicht so, als ob er es nicht besser wüsste.
Ich bedauere, dass eine Gruppe Betrunkener Stress geschoben hat. Aber zu sagen, dass Jugendliche, die nicht komplett kommerzialisiert sind, alle gewalttätig sind, ist wirklich das allerletzte. Letztendlich ist es eine Kriminalisierung der Menschen, die in der kommerzialiserten Party- und Kneipenszene von Bensheim nicht mitspielen.